Der Hase im Mond
Lesung und Gespräch mit Milena Michiko Flašar
Literaturhaus Mattersburg
Wer spiegelt sich in der nächtlichen Fensterscheibe? Ich oder ein anderer? Was geschieht, wenn die Haut durchlässig wird und die Luft dünner? Poetische Geschichten von Menschen im Sand, unterspült von schwindenden Gewissheiten.
Milena Michiko Flašar erzählt von einem Schriftsteller mit Schreibblockade, der sich in eine Füchsin verliebt, von ehemals Liebenden, die aus Langeweile zu Voyeuren werden, von einer Frau, die rein medial vom Tsunami ergriffen wird, von zwei Freunden, die sich über einem ethischen Disput betrinken, oder einem passionierten Leser, dem erst der Bruder, dann die Frau auf völlig rätselhafte Weise abhandenkommen.
Vom Verdoppeln und Auflösen, Verschwinden und Wegträumen, von Fluchten und Ausflüchten handeln diese Geschichten. Die Handschrift der Autorin ist unverkennbar, der Rhythmus, die Wortwahl ihres besonderen Stils. Wie in ihren Romanen studiert Milena Michiko Flašar in diesen Erzählungen verschiedene Formen von Einsamkeit und unerfüllten Sehnsüchten, erweitert das literarische Feld jedoch humorvoll und spielerisch um eine neue surreal-phantastische Ebene.
Der Triumph des Systems ist da am größten, wo sich die Individuen am Ende selbst und möglichst rückstandsfrei zum Verschwinden bringen. Japan ist bei Flasar ein Beispiel für solche Vorgänge, aber ihre Literatur hält dagegen. - Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung
Milena Michiko Flašar
geboren 1980 in St. Pölten, hat in Wien und Berlin Germanistik und Romanistik studiert. Sie ist die Tochter einer japanischen Mutter und eines österreichischen Vaters. Ihr Roman Ich nannte ihn Krawatte wurde über 100.000 Mal verkauft, als Theaterstück am Maxim Gorki Theater uraufgeführt und mehrfach ausgezeichnet. Er stand unter anderem 2012 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Flašar wurde mit zahlreichen Stipendien und Auszeichnungen bedacht, u. a. das Elias-Canetti-Stipendium 2018 und den Outstanding Artist Award 2025. Zuletzt erhielt sie den Evangelischen Literaturpreis, den Österreichischen Buchpreis Frankreich sowie 2025 den Literaturförderpreis der A und A Kulturstiftung. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Wien.
Der Hase im Mond erscheint im Klaus Wagenbach Verlag.

Vor Ort wird es einen Büchertisch von buchwelten Emmer geben.
Eintritt: Freie Spende
Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung unter lisa.schwarz_at_literaturhausmattersburg.at. Gerne können Sie auch ohne Anmeldung an unserer Veranstaltung teilnehmen, wir bereiten genügend Sitzplätze vor.
Im Rahmen dieser Veranstaltung werden Fotografien und/oder Filme erstellt, die für Pressearbeit und Berichterstattung sowie in verschiedenen Sozialen Medien, Publikationen und auf unserer Website verwendet werden. Sollten Sie nicht damit einverstanden sein, wenden Sie sich bitte an das Team des Literaturhauses Mattersburg.