Wider die Eindeutigkeit. Eine literarische Annäherung an den Neofaschismus
Eine Veranstaltung des PEN-Clubs Burgenland mit Sanja Abramović, Katrin Bernhardt, Siegmund Kleinl und Dorothea Zeichman
Literaturhaus Mattersburg
In seinem Buch Das zweite Leben des „Dritten Reichs“ beschreibt der Autor Georg Seeßlen den Faschismus „unter anderem als eine militante Suche nach Eindeutigkeit, die nur mit dem Tod des anderen enden kann.“[1]
Dass totalitäre und neofaschistische Bewegungen seit Längerem erstarken, hängt wohl auch mit der zutiefst menschlichen Sehnsucht nach Klarheit und einfachen Antworten in einer zunehmend komplexer werdenden Welt zusammen.
Mitglieder des PEN-Clubs Burgenland und der Grazer Autorinnen Autorenversammlung haben sich in mehreren Treffen mit essayistischen Texten zum (Neo-)Faschismus und seinen gesellschaftlichen Dynamiken auseinandergesetzt und die aus der gemeinsamen Diskussion gewonnenen Impulse für ihr eigenes, belletristisches Schreiben genutzt.
Sanja Abramović, Katrin Bernhardt, Siegmund Kleinl und Dorothea Zeichmann präsentieren im Literaturhaus Arbeiten, die aus dieser Beschäftigung entstanden sind – Texte, die gesellschaftliche Entwicklungen, aber auch persönliche Begegnungen mit dem Neofaschismus der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit nachzeichnen.
Eine Veranstaltung des PEN-Clubs Burgenland
Über die Autor:innen
Sanja Abramović
wurde 1982 in Karlovac/Kroatien geboren und wuchs im Kurort Topusko nahe der bosnischen Grenze auf; sie ist seit 1991 in Österreich, studierte Germanistik und Slawistik an der Universität Wien. Seit 2007 lebt sie im Burgenland und unterrichtet hier Deutsch und Kroatisch. Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften. 2024 erschien ihr Buchdebüt Heimsuchung bei edition lex liszt 12. Auszeichnungen: 2018 Burgenländischer Literaturpreis, 2016 2. Platz Lyrikpreis der Energie Burgenland, 2003 „Schreiben zwischen den Kulturen“ der Edition Exil, 3. Platz.
Katrin Bernhardt
geboren 1982 in Oberpullendorf, studierte Klassische Archäologie und Philosophie an der Universität Wien, wo sie 2013 promovierte. Seit 2022 freischaffende bildende Künstlerin und Autorin. Zuletzt erschienen: Fremdwerden, Gedichte, edition lex liszt 12 (2024); Dori Dachs sucht ihre Farbe, Bilderbuch, Innsalz (2025). Katrin Bernhardt wurde für ihr literarisches Schaffen mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Theodor Kery-Förderpreis und Aufenthalts- und Arbeitsstipendien des BMKÖS sowie des Landes Burgenland. Sie ist Mitglied des PEN-Club Austria und des Österreichischen Schriftsteller/innenverband.
Siegmund Kleinl
Nach Lehrtätigkeit am Gymnasium Wolfgarten und an der Pädagogischen Akademie Eisenstadt freischaffend als Autor seit 2018. Freier Mitarbeiter der NN-fabrik 1990-2014. Textgraphische Arbeiten. Seit 1992 literarische Veröffentlichungen: Prosa, Dramen, Lyrik. Auswahl von Büchern: DorfMale. Roman; Haydns Sprache. Erzählung; Liszts Hände. Drama; Entscheidungsspiel. Fußballdrama, inszeniert von Peter Wagner; Schuljahre. Roman; Europas heiliger Krieger. Drama, uraufgeführt 2016 von Peter Wagner; Einfälle ins Leben. Erzählungen; PropheZeit. Gedichte; Das jüngste Land. Prosa, Stück und Gedichte; Frei gehen. Eine Exodus-Dichtung.
Dorothea Zeichmann
geboren 1957 in Eisenstadt, aufgewachsen in Klingenbach; ein Jahr Aufenthalt in Amerika; Matura in der Handelsakademie Eisenstadt; Übersetzer- und Dolmetscherstudium (Englisch und Russisch) an der Uni Wien; arbeitete bis 2017 im Außenministerium in Wien; lebte und arbeitete in Belgrad, Kopenhagen und Prag; schreibt auf Deutsch und Burgenländisch-kroatisch; Mitglied des Österreichischen PEN-Clubs. Zuletzt erschienen: Od jutra do noći/Vom Morgen bis zum Abend – Ein Buch über das Pendeln, Gedichte mit Fotos von Manfred Horvath, Bibliothek der Provinz (2021); Teta Mare, Erzählung in Anekdoten, edition lexliszt 12 (2023); Bilder erzählen – Frühe Erinnerungen, edition lixliszt 12 (2025).
[1] Georg Seeßlen, „Das zweite Leben des „Dritten Reichs“, (Post)nazismus und populäre Kultur, Teil 2“, Bertz und Fischer, Berlin 2013, S.176