Katja Schmidt-Piller

Foto: Hans Wetzelsdorfer

Mein Testament

- und wenn ich

dann tot bin,

verbrennt meinen Körper,

der das Leben

genossen hat

und dennoch nie

satt geworden ist,

streut meine Asche

aus über den Hotter

meines Dorfes,

daß ich wiedergeboren

werde Jahr um Jahr

in der sonnfarbenen

Fülle der Kornfelder,

in der vollen Süße

der Trauben auf den Hängen,

im Licht des Tages

aufblühe mit den Seerosen

auf der Wasserlichtung im Schilf,

und auf den Feldrainen

ich üppig wuchere

als Margeriten und Mohn -

vielleicht daß dann

ich satt werde am Leben.

aus: „Breit um den Brunnen", Eisenstadt 1985

Zum/r Autor/in

Textprobe

1941-2005 Freie Schriftstellerin, lebte in Breitenbrunn, Mitglied der Grazer Autorenversammlung, der IG Autorinnen/Autoren.

Veröffentlichungen:

Bücher: „Ich habe mir die Narrenkappe aufgesetzt", Lyrik, Eisenstadt 1978; „Guldani Beringa", Erzählungen, Wels 1981; „In der Kampagne", Prosa, Eisenstadt 1981; „Breit um den Brunnen", Lyrik, Neusiedl/See 1985; (Hg.): „Schatten und Licht" Lyrikanthologie, Eisenstadt 1991; „Margeriten und Mohn", Prosa-Anthologie, Eisenstadt 1993; „Puabocha Gschichtn" (Hg.), Eisenstadt 1984 und „Hörspiel-Frauen/ Frauen-Hörspiel", Eisenstadt 1989.

Autoren A - Z

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