Robert Frittum

Foto: Hans Wetzelsdorfer

Manchmal (Im Vorhof des Glücks)

 

Manchmal

vergnügt im Vorhof des Glücks

steht dunkel man im Torweg

und streckt nach den Lichtern

die rasende Hand

und flieht die Schatten

mit nacktem Gesicht

und sucht

die abgebrannten Feuer

neu zu entzünden

hinter streunenden Augen

die Sterne der Erinnerung

manchmal

stürzt die Welt

in ein Gesicht

und zertrümmert einen Blick

für Jahrtausende

und manchmal liebt man

und schreit um vergessen

in einer Umarmung

am Rand der Welt

im Vorhof des Glücks

in der Dunkelheit

in der Einsamkeit

aller Menschen

in der Verliebtheit

aller Menschen

manchmal

einen Augenblick lang

zerreißt das Herz

und setzt ein Leben in Brand

und oft

ist man zufrieden

mit dem friedlosen Ende

eines Gedichts

für ein paar Momente

einer einzigen nacht

und manchmal

fällt ein tropfen ewigkeit

in eine betende hand

und läßt einen Bettler

betrunken zurück

bis zum Anbruch des Morgens

an dem er seine Tränen vom Staub der Straße küßt

im Vorhof des Glücks.

Zum/r Autor/in

Textprobe

Geb. 1983 in Eisenstadt, aufgewachsen in Jois und Neusiedl am See, Studium der Ethnologie/Philosophie und Geschichte, lebt in Wien. Bandleader und Sänger von "Glass" und "The delicious WahnOhr", musikalische Lesung "PoeSound" am Friedrichshof 2001.

2008/09: Kooperationsprojekte mit Wolfgang Millendorfer, Katharina Tiwald, Ildiko Csamay im Offenen Haus Oberwart (u.a. das Schülertheater "Der verborgene Krater"), Teilnahme an diversen Poetry Slams in Wien.
Anerkennungspreis beim BEWAG-Literaturwettbewerb, 2007

Veröffentlichungen:

Anthologie „Dorfgeschichten", „ORBRET. Brunftgedichte und Fleischballaden", edition lex liszt 12 und in der Literaturzeitschrift DUM

Autoren A - Z

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