Herscht 07769

Lesung und Gespräch mit László Krasznahorkai im Haus der Begegnung, Eisenstadt.

19:00 Uhr

Florian Herschts Bach-Roman
Kleinstadt, Nazis und das Wunder des Erzählens

Kana wäre eine vergessene Stadt irgendwo in Thüringen, hätte ihre abgelegene Trostlosigkeit nicht Neonazis angelockt. Die Einwohner betrachten sie mit Angst und Argwohn. Allein Florian Herscht meint, er habe Freunde auf beiden Seiten: ein hilfsbereiter Muskelprotz, der sich vor Tattoos fürchtet und glaubt, das Universum stürze demnächst ins Nichts. Um alle vor der vermeintlichen Katastrophe zu warnen, schreibt er Briefe an Frau Merkel, die ohne Antwort bleiben. Doch seine Unschuld macht ihn hellsichtig, und nur die Musik Bachs kann ihn trösten. Plötzlich tauchen am Waldrand Wölfe auf, die Apokalypse rückt tatsächlich näher…

In einem einzigen Satz

Orte wie Kana gibt es viele, in Deutschland und anderswo. Gemeinsam mit Florian Herscht lernen wir die Menschen, die dort wohnen, kennen. In einem einzigen Satz entwickelt der Roman seinen Sog und erzählt vom Unglück, von der Einsamkeit, aber auch von der Liebe und dem Anteilnehmen – all das gibt es unter den Menschen von Kana, auch wenn sich dies nicht gleich erkennen lässt. Alles hängt zusammen, das Gute und das Böse. Angelpunkt des Erzählens ist Florian, eine Art Tor, der zum Sehenden wird und dessen Anderssein einen originellen, einen anderen Blick auf die Welt ermöglicht.  Die kleine Stadt Kana wird zum Spiegel der Welt und  dann zieht auch noch eine Pandemie auf.

Den deutschen Text wird der Schauspieler Georg Kusztrich lesen.


Über László Krasznahorkai

1954 in Gyula/Ungarn geboren, studierte László Krasznahorkai Ungarisch und Literatur an der Universität Budapest. Er lebte in Berlin, China, der Mongolei und Japan sowie in New York. Krasznahorkai wurde vielfach übersetzt, die internationale Aufmerksamkeit setzte 1993 ein, als der Autor den SWR-Bestenliste-Preis für »Melancholie des Widerstands« erhielt. Nach den Erzählbänden »Seiobo auf Erden« (Brücke-Berlin-Preis und Literaturpreis Leuk 2010) sowie »Die Welt voran« (2014).  erschien 2018 der Roman »Baron Wenckheims Rückkehr, ausgezeichnet mit er mit dem National Book Award 2019 for Translated Literature. 2021 folgte der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur 2021.
Heute lebt László Krasznahorkai in Triest.

Eintritt: Freie Spende

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