Literaturhaus am Wasser

Lesungen auf dem Neusiedler See

17.00 - 19.30

Im Sommer holen wir am Wasser Lesungen nach, die in diesem Frühjahr durch Corona ins Wasser fallen mussten: Wir freuen uns das Literaturhaus Mattersburg auf den Neusiedler See zu verlegen!

   

Den Beginn macht am 25. Juni 2021 Stefanie Sargnagel mit ihrem Roman „Dicht. Aufzeichnungen einer Tagediebin“. Mit an Bord: die avantgardistische Popmusikerin Fauna. Am 20. August 2021 wird Franzobel am Schiff aus seinem Buch „Die Eroberung Amerikas“ lesen. Die Lesung wird ebenso musikalisch begleitet.

Das Schiff startet jeweils vom Hafen der Drescher Line in Mörbisch. Die Fahrt beginnt um 17 Uhr und dauert circa 2,5 Stunden. Die Lesungen finden bei jedem Wetter statt. Auf dem Schiff gibt es sowohl im Freien als auch unter Dach ausreichend Sitzplätze. Corona-Abstände können problemlos eingehalten werden.


Eintritt: Freie Spende
Es können jeweils nur 4 Tickets unter einer mail-Anmeldung vergeben werden.

Die Teilnehmer*innenzahl bei unseren Veranstaltungen ist limitiert, die Teilnahme ist nur nach Voranmeldung und ab sofort per mail möglich:
Den jeweils aktuellen Stand zu unseren Covid-Vorsichtsmaßnahmen erhalten sie mit der Bestätigung zur Veranstaltungsteilnahme.

Erste Details zum Programm

Termin 1  

Am 25. Juni 2021 wird Stefanie Sargnagel mit ihrem Roman „Dicht. Aufzeichnungen einer Tagediebin“ mit an Bord sein. Musikalisch begleitet wird sie von der avantgardistischen Popmusikerin Fauna.

„Dicht“ heißt der autobiographische Roman von Stefanie Sargnagel, in dem sich die jugendliche Protagonistin von einer deprimierten Tocotronic-Hörerin zum herumlungernden Hippie verwandelt. Von der Schule entnervt und vom Alltag gelangweilt, findet sie in ihrer Schulkameradin Sarah eine versierte Kifferkumpanin. Dies verändert ihr Leben und Umfeld grundlegend. Auf ihrem Weg hinaus in die ungefilterte Realität trifft die Erzählerin mit jugendlicher Neugier auf die tragischen Protagonisten der Großstadt und erzählt mit sehr ehrlicher, teils harter aber einer zugleich sehr liebevollen Art und Weise vom Leben auf Wiens Straßen und Plätzen, das sich nicht jedem und nicht auf den ersten Blick erschließt.

Stephan Hilpold schrieb in der Tageszeitung DerStandard: „In lakonischem Tonfall, aber mit großem Sprach- und Beobachtungswitz erzählt sie von Teenagerjahren im Zeichen der Verweigerung.“ Ein Generationenbuch sei „Dicht“ nicht, aber „der Beweis, dass Stefanie Sargnagel auch in der Langform“ funktioniere.

Stefanie Sargnagel, geb. 1986, studierte in der von Daniel Richter angeleiteten Klasse der Akademie der Bildenden Künste Wien Malerei, verbrachte aber mehr Zeit bei ihrem Brotjob im Call-Center, denn: «Immer wenn mein Professor Daniel Richter auf Kunststudentenpartys auftaucht, verhalten sich plötzlich alle so, als würde Gott zu seinen Jüngern sprechen. Ich weiß nie, wie ich damit umgehen soll, weil ich ja Gott bin.»  Seit 2016 ist sie freie Autorin – und verbringt seitdem mehr Zeit bei ihrem Steuerberater. Sie erhielt den BKS-Bank-Publikumspreis beim Wettbewerb zum Ingeborg-Bachmann-Preis 2016.

Begleitet wird sie von Fauna (aka Rana Farahani), die als Produzentin avantgardistischer Pop- und Clubmusik fixer Bestandteil der Wiener Musikszene ist. Zwischen technologischem Selbst, politischer Auseinandersetzung und Alltagseindrücken formuliert sie dystopisch-futuristische, aber auch sehr persönliche Tracks, die sich am zeitgenössischen Geschehen aufladen. Ihr drittes Studioalbum „Syncronia“ erschien im November 2020.

Termin 2

Am 20. August 2021 wird Franzobel am Schiff aus seinem Buch „Die Eroberung Amerikas“ lesen. Die Lesung wird ebenso musikalisch begleitet.

In seinem neuen Roman begibt er sich auf die Spuren eines wilden Eroberers der USA im Jahr 1538. Ferdinand Desoto hatte Pizarro nach Peru begleitet, dem Inkakönig Schach und Spanisch beigebracht, dessen Schwester geschwängert und mit dem Sklavenhandel ein Vermögen gemacht. Er war bereits berühmt, als er 1538 eine große Expedition nach Florida startete, die eine einzige Spur der Verwüstung durch den Süden Amerikas zog. Knapp 500 Jahre später klagt ein New Yorker Anwalt im Namen aller indigenen Stämme auf Rückgabe der gesamten USA an die Ureinwohner. Franzobel entwirft ein Gleichnis für die von Gier und Egoismus gesteuerte Gesellschaft, die von eitlen und unfähigen Führern in den Untergang gelenkt wird.

Franzobel, geboren 1967 in Vöcklabruck, erhielt u. a. den Ingeborg-Bachmann-Preis (1995), den Arthur-Schnitzler-Preis (2002) und den Nicolas-Born-Preis (2017). Bei Zsolnay erschienen zuletzt die Krimis Wiener Wunder (2014), Groschens Grab (2015) und Rechtswalzer (2019) sowie 2017 der Roman Das Floß der Medusa, für den er auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis stand und mit dem Bayerischen Buchpreis ausgezeichnet wurde. Zuletzt erschien 2021 der Roman Die Eroberung Amerikas.
 

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