Bernhard Strobel und Jutta Treiber im Gespräch mit LeserInnenElke Steiner und Ingrid Zebinger-Jacobi

Neu im Land

Aktuelle Bücher von Bernhard Strobel, Ingrid Zebinger-Jacobi, Elke Steiner und Jutta Treiber

Do 04.10.2018 19.00 Uhr

Literaturhaus Mattersburg

Kürzlich legten die burgenländischen AutorInnen Jutta Treiber, Bernhard Strobel, Elke Steiner und Ingrid Zebinger-Jacobi neue Romane oder Debüts vor. Im Literaturhaus geben sie Einblick in ihre aktuellen Bücher und stellen sich der Diskussion mit dem Publikum. Ihre Neuerscheinungen beziehen sich unter anderem auf das Lebensgefühl in unserer Region, auf Paarbeziehungen im Allgemeinen und wie diese aus dem Ruder laufen können, auf die Übergänge zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen Gegenwart und Vergangenheit oder sie beschäftigen sich mit dem Tod und die Überwindung des klassischen Erzählens.

Halt den Mund, sagte Mutter und dann starb sie

Der Tod hat viele Gesichter. Für die Araber ist er ein schwarzes Kamel, das niederkniet vor der Haustür, wenn es soweit ist. Für Heide Mahr, die zentrale Figur dieses Romans, ist er ein vitaler Mann in Turnschuhen, Jeans und einem violetten Hemd, für andere ein behäbiger Buddha, eine mütterliche Frau oder eine rote Welle. Ist der Tod ein Maßanzug? Oder ein schlecht sitzender Anzug von der Stange? Oder anders gefragt: Bekommt jeder Mensch seinen maßgeschneiderten Tod? Oder ist da manchmal auch ein Fetzen aus der Altkleidersammlung dabei? Im Buch zum Thema Tod werden zunächst scheinbar zusammenhanglose Geschichten erzählt werden, die am Ende (wie ein Puzzle) ein ganzes Bild ergeben.

Jutta Treiber

Wurde 1949 in Oberpullendorf geboren. Studium der Germanistik und Anglistik an der Universität Wien, von 1973 bis 1988 Lehrerin am Gymnasium Oberpullendorf, Mitarbeit im Kino Oberpullendorf. Seit 1988 freiberufliche Autorin. Jutta Treibers Werk umfasst Romane und Erzählungen für Erwachsene, Bilderbücher, Kinderbücher, Romane für Jugendliche, Lyrik, ein Kindertheaterstück, Hörspiele, Kurzgeschichten. Ihre Bücher wurden in bisher 22 Sprachen übersetzt.
Würdigungspreis für Kinder - und Jugendliteratur 2008
Österreichischer Kinderbuchpreis 2007 für "Der Großvater im rostroten Ohrensessel"

Veröffentlichungen : Viele Kinder- und Jugendbücher, für Erwachsene: „Liebestrommeln
Eine Kur-Schmonzette“, Oberwart 2012, "Fleckerlteppich", eine Sammlung von Kurztexten, Oberwart 2008, "Die Zeit und Hannah" Roman, Oberwart 2007

Über das Licht gedreht

Hanna, Ehefrau des eloquenten Immobilienmaklers Bruno Behringer, ist mit ihrem Baby alleine im Auto unterwegs, als sie sich, von Dunkelheit und Regen überrascht, von Erschöpfung übermannt, ein Zimmer in einem kleinen Landhotel nimmt. Warum ist sie seit Tagen ungewaschen und trägt dieselbe schmutzige Jogginghose? Und warum lässt sie ihre Kleine über Nacht alleine im Auto? Wohin ist sie unterwegs und was hat sie vor? Von Beginn an werden wir in den Sog einer leidenschaftlichen, aber brüchigen Beziehung gezogen und fragen uns, wie es möglich ist, sich so nahe zu sein und dennoch so viel voreinander zu verbergen.

Ein Roman über konstruierte Wahrheit und Realitätsverweigerung. Ein Beziehungskrimi ohne Mord – eindringlich, berührend, mysteriös.

Elke Steiner

Geboren 1969, lebt und arbeitet im Burgenland. Unter ihren beruflichen Stationen befinden sich eine Kabelfabrik in Wien genauso wie eine Bank in Südafrika, ein internationales Handelsunternehmen in Wien und London sowie die selbständige Tätigkeit als Körpertherapeutin.

Sie schreibt Kurzprosa und Lyrik und hat bisher in Literaturzeitschriften und Anthologien veröffentlicht. „Über das Licht gedreht“ ist ihr erster Roman.

Im Vorgarten der Palme

»Herzlichen Glückwunsch, K.« Diese scheinbar harmlose Nachricht an den »Systemerhalter« Leidegger löst einen gehörigen Ehestreit zwischen ihm und Martina aus. Dabei könnte alles so schön sein im selbstgeschaffenen Vorstadtparadies mit der neugeborenen Tochter im trauten Heim. Die Palme im Vorgarten nicht zu vergessen! Der Unruhestifter im Leideggerschen Eden ist keine Schlange, das Unglück steckt nicht in einem Apfelbiss, es ist die besagte Nachricht, die eine Zeit voller Misstrauen einleitet. Die Beziehung des Ehepaars entwickelt sich allmählich zu einer Art Stellungskrieg aus Vorhaltungen und Ausflüchten. Unfähig mit Martina zu sprechen, redet sich Leidegger innerlich in Rage und wägt in Gedanken jeden Schritt und jede mögliche Reaktion ab. Er verrennt sich in geradezu irrsinnigste Schlussfolgerungen und Anschuldigungen, die in aller Überspitzung unglaublich absurd-komische Züge annehmen.

Bernhard Strobel

Geboren 1982 in Wien, lebt als Autor und Übersetzer aus dem Norwegischen in Neusiedl am See. Studium der Germanistik und Skandinavistik. Seine Erzählbände Sackgasse (2007), Nichts, nichts (2010) und Ein dünner Faden (2015) erschienen bei Droschl. Ebenso seine Übersetzungen von Tor Ulven. Strobel erhielt diverse Preise und Auszeichnungen, darunter den Literaturpreis des Landes Burgenland 2003 und 2017, den Förderpreis der Stadt Wien 2014 sowie den Theodor-Kery-Preis 2016.

Barfuß geht die Zeit

Ingrid Zebinger-Jacobi legt mit diesen Kurzgeschichten eine Sammlung klangmächtiger Texte vor, mit denen sie Übergänge zeichnet – Übergänge zwischen Traum und Wirklichkeit, Erdachtem und Erlebtem, zwischen Gegenwärtigem und Vergangenem. Ingrid Zebinger-Jacobi entwickelt faszinierende Charaktere, die teils ungewöhnliche Entscheidungen treffen.

Ingrid Zebinger-Jacobi

Wurde 1978 in Graz geboren. Nach einer ländlich geprägten Jugend in der Steiermark und im Burgenland studierte sie in ihrer Geburtsstadt Musik (Orgel), Anglistik und Italienisch; später arbeitete sie dort auch als Übersetzerin. Bereits in ihren frühen Zwanzigern begann Zebinger-Jacobi zu schreiben. Musik und Lyrik sind ihre ursprüngliche Heimat; der Blick auf den Menschen und das zutiefst Menschliche stehen im Mittelpunkt. Mediterranes und die heimatliche Welt ihrer Kindheit und Jugend stellen intensive Gegenpole in ihren Texten dar. Zebinger-Jacobi lebt und schreibt in Wien. Ihr erster Erzählband „Barfuß geht die Zeit“ ist im März 2018 bei edition keiper erschienen.

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