Erinnerungsarbeit in Maly Trostinec

Maly Trostinec erinnern

Zum Gedenken der österreichischen Opfer der Shoa in Minsk und Maly Trostinec

Einen wichtigen Gedenkort und seine Geschichte kennenlernen.

Do 02.05.2013 19.30 Uhr

Literaturhaus Mattersburg

Menschen aus unterschiedlichen Staaten und aus vielen Teilen Europas wurden in Maly Trostinec bei Minsk in Weißrussland von den Nationalsozialisten ermordet. Aber für kaum einen anderen Staat ist Maly Trostinec so wichtig wie für Österreich. Denn an keinem anderen Ort sind so viele Österreicher und Österreicherinnen als Opfer der Shoa von den Nationalsozialisten ermordet worden, rund 13.500 Menschen. Ein Viertel aller von den Nationalsozialisten wegen ihrer jüdischen Herkunft Ermordeten ist in Minsk bzw. Maly Trostinec umgebracht worden.

Nur etwa 1 700 der aus Wien deportierten Juden und Jüdinnen überlebten das Dritte Reich, die meisten in Theresienstadt. Die Chancen zu überleben, waren für die nach Minsk bzw. Maly Trostinec am geringsten. Die Anzahl der Überlebenden aus Österreich wird je nach Quelle mit 11, 13 oder 17 angegeben. Maly Trostinec ist im Kontext des unverzichtbaren Erinnerns an die  österreichischen Opfer der Shoa der mit Abstand wichtigste Gedenkort. Dennoch ist er in Österreich nahezu unbekannt. Um dies zu ändern, veranstaltet der Verein IM-MER u.a. jährlich eine Gedenkreise nach Minsk/Maly Trostinec und Informationsveranstaltungen. 

Familiengeschichte als Ausgangspunkt für Erinnerungsarbeit

Waltraut Barton (Gründerin des Vereines IM-MER und Frau des Jahres 2013) referiert über die Gedenkstätte Maly Trostinec, zu der sie persönliche Bezüge hat. Sie machte sich auf die Suche nach Familienmitgliedern, die von den Nazis umgebracht worden waren. So entdeckte sie die Geschichte von Malvine Barton, der ersten Frau ihres Großvaters, die von den Nazis 1942 nach Maly Trostinec deportiert und dort ermordet wurde. Auch andere Verwandte mütterlicherseits Victor, Rosa und Herta Ranzenhofer wurden dorthin verschleppt. In Maly Trostinec erinnerte im Frühjahr 2009, als Waltraut Barton sich zum ersten Mal näher mit dem Gedanken an eine Gedenkreise befasste, NICHTS, absolut gar nichts an die über 10000 Österreicher und Österreicherinnen, die dort ermordet worden sind.
Informationsveranstaltung des Vereins IM-MER im Rahmen der Aktionstage Politische Bildung.